Schülerausflug auf den Spuren von Krieg und Frieden

Jugendliche des Ritzefeld-Gymnasiums besuchen die „Hölle von Verdun“ und das Europäische Parlament in Straßburg.

Die Schülerinnen und Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums an der Gedenkstätte in Verdun (Foto: Büro Arndt Kohn).

Von den Schrecken zweier Weltkriege bis hin zu einem vereinten Kontinent: Zum Abschluss des Schuljahres erhielten die Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums ein eindrucksvolles Bild der wechselvollen Geschichte Europas. Die 39 Jugendlichen der Jahrgänge neun, zehn und elf besuchten sowohl Mahnmale des Ersten und des Zweiten Weltkriegs als auch das EU-Parlament in Straßburg.

Begleitet wurden sie beim Besuch im französischen Verdun von dem Stolberger EU-Abgeordneten Arndt Kohn. „Ich finde es sehr wichtig, dass gerade junge Menschen den langen Weg nachvollziehen, den Europa in den letzten hundert Jahren zurückgelegt hat“, so der SPD-Politiker. „Beim Anblick der endlosen Reihen weißer Kreuze auf dem Soldatenfriedhof in Verdun gibt es nur eine Botschaft: So etwas darf nie wieder geschehen.“

Mahnmale von Hass und Gewalt

Verdun im Jahr 1916: Innerhalb kürzester Zeit verwüsteten die heftigen Gefechte zwischen Deutschen und Franzosen den gesamten Landstrich. Einige moosbewachsene Mauerreste zeugen noch heute von den Dörfern, die hier einst standen. Dichte Wälder bedecken das, was sich als „Hölle von Verdun“ ins kollektive Gedächtnis Europas eingebrannt hat.

Soldatenfriedhof in Verdun (Foto: Büro Arndt Kohn).

Wer genau hinschaut, entdeckt zwischen den Bäumen noch die Krater der Granateinschüsse und die Gräben, in denen sich die Kämpfer verschanzten. Den brutalen Stellungskrieg bezahlten schätzungsweise rund 300.000 junge Männer mit ihrem Leben. Etwa 130.000 weitere Tote konnten bis heute nicht identifiziert werden.

Auf ihrer dreitätigen Reise besuchten die Schüler auch die Maginot-Linie, welche die Franzosen ab 1930 als Verteidigungswall gegen die Deutschen errichteten. Als Kontrast zu den Mahnmalen von Hass und Gewalt ging es außerdem zum Europäischen Parlament nach Straßburg.

„Demokratie lebt vom Mitmachen“

„Mit diesem Programm schlagen wir eine Brücke von den nationalstaatlichen Konflikten des 20. Jahrhunderts bis hin zur friedlichen Zusammenarbeit im heutigen Europa“, erklärt Lehrer Alexander Mischlewitz. Seine Kollegin Barbara Glaubitz ergänzt: „Die Schüler erleben hier die Geschichte vor Ort, anstatt sie nur trocken in den Schulbüchern nachzulesen. Das macht einen bleibenden Eindruck.“

Die Gruppe aus Stolberg besuchte das Europäische Parlament in Straßburg (Foto:Brüo Arndt Kohn).

Im EU-Parlament erfuhren die Schüler unter anderem, welche Aufgaben die Abgeordneten ausüben. Bereits auf der Fahrt nach Verdun hatte Arndt Kohn die Jugendlichen ermuntert, selbst aktiv zu werden, wenn ihnen etwas nicht passe: „Demokratie lebt vom Mitmachen. Wenn wir uns immer nur treiben lassen, dann werden wir irgendwann selbst getrieben und beobachten das politische Geschehen höchstens von der Seitenlinie“, so Kohn. „Wir müssen uns für unsere Demokratie engagieren. Dann bleiben Schlachtfelder wie die in Verdun traurige aber lehrreiche Orte der europäischen Geschichte.“