EU-Parlament fordert besseren Schutz vor Cyberkriminalität

Online-Kriminalität ist ein wachsendes Problem in Europa. Das EU-Parlament berät diese Woche, wie Verbraucher und Unternehmen besser geschützt werden können.

Kriminalität macht vor dem Internet nicht Halt (Foto: Pixabay).

Das Internet gehört mittlerweile vor allem durch den Gebrauch von Smartphones ganz selbstverständlich zum Alltag vieler EU-Bürger. Mehr als zwei Stunden verbringt jeder deutsche Bürger durchschnittlich pro Tag im Netz. Das ist kein Wunder, schließlich ist das Internet Informationsquelle, soziale Plattform und Einkaufsmöglichkeit zugleich.

Klar ist dabei auch, dass Betrug und Kriminalität vor dem Internet nicht Halt machen. Um die europäischen Verbraucher besser vor organisierter Kriminalität zu schützen und mehr Aufmerksamkeit auf die effektive Abwehr von Cyberkriminalität zu lenken, findet am Montag in Straßburg eine Plenardebatte des Europäischen Parlaments zu diesem Thema statt.

Kriminalitätsrate stark angestiegen

Eine starker Anstieg der Cyberkriminalität in den letzten Jahren macht das Thema so aktuell wie nie. Neben den Gefahren für europäische Verbraucher ist auch die Kriminalitätsrate, welche die Unternehmen betrifft, gestiegen. So haben bereits 80 Prozent der Unternehmen in Europa Cyberangriffe erlebt, z.B. durch Erpressungssoftwares, Trojaner oder Datenbetrug und -diebstahl.

Das Europäische Parlament schlägt daher vor, entlang der Mitgliedstaaten die Datenerfassung und den Austausch über Online-Straftaten zu verbessern. Konkrete Maßnahmen sehen dabei vor, IT-Systeme kritischer Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen und mehr EU-Mittel in Forschungsprojekte zur Prävention zu investieren. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Dienstanbietern gestärkt werden. Letztere sollen außerdem nach Meinung des Europäischen Parlaments dazu verpflichtet werden, ihren Online-Inhalt regelmäßig zu prüfen.

Neben der Verbesserung des Informationsflusses sollen zusätzlich die EU-Kapazitäten im Bereich Cybersicherheit weiter verstärkt werden, wie zum Beispiel durch den Ausbau der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA). Den Vorschlag der Kommission, der Agentur ein ständiges Mandat zu geben, unterstützt das Europäische Parlament.

Digitalisierung zum Thema im Unterricht machen

Um in Zukunft besser über Gefahren im Internet Bescheid zu wissen und diese einschätzen zu können, ist es wichtig, Digitalisierung schon frühzeitig in der Bildung zu thematisieren. Denn mit steigender Nutzung von digitalen Medien wächst auch die Notwendigkeit, über den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Diensten zu informieren. Dies kann vor allem im Schulunterricht, zum Beispiel durch das Thematisieren von Verschlüsselungsverfahren, passieren.

Daher reicht es nicht aus, nur eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz zu fordern. „Investitionen in mehr Bildung zum Thema Digitalisierung und in eine erhöhte Nutzersensibilisierung sind wichtige Elemente in der Prävention von Cyberangriffen“, so Arndt Kohn. Nur so kann garantiert werden, dass auch die zukünftigen Generationen vor den Gefahren im Internet geschützt sind.