EU-Abgeordneter macht Praktikum beim Zoll

Der Stolberger SPD-Europaabgeordnete Arndt Kohn hat die parlamentarische Sommerpause für ein Praktikum beim Hauptzollamt Aachen genutzt. Bei dem Besuch lernte Kohn die tägliche Arbeit des Zolls kennen und sprach mit den Beamten über Verbesserungen der grenzüberschreitenden Kooperation.

In diesem Jahr feiern wir 50 Jahre Zollunion in Europa. Aus diesem Anlass hatte der SPD-Europaabgeordnete Arndt Kohn bereits mit dem Hauptzollamt Aachen und der Direktion der Bundespolizei am ehemaligen Grenzübergang „Köpfchen“ eine Zollkontrolle simuliert und so den Schüler*innen des Couven-Gymnasiums aufgezeigt, wie der Alltag mit Grenzkontrollen früher aussah.

Die sitzungsfreie Zeit in der parlamentarischen Sommerpause nutze Kohn nun für ein Praktikum beim Hauptzollamt Aachen (HZA). Regierungsdirektor Mario Lambertz, Leitung HZA, und Zolloberinspektor Peter Nordt stellten dem Europaabgeordneten die Arbeit und das Aufgabengebiet dar. Im Anschluss daran ging es in die Praxis: Die Zollbeamten nahmen den Abgeordneten zu einer Kontrolleinheit mit.

Arndt Kohn konnte sich ein umfassendes Bild machen: „Die Mitarbeiter des Hauptzollamts leisten hervorragende Arbeit. Im Gespräch ist aber ebenfalls deutlich geworden, dass es bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Verbesserungsbedarf gibt. So ist insbesondere die Personalausstattung kaum ausreichend, um wirksame Grenzkontrollen in dem großen Zuständigkeitsbereich des Aachener Hauptzollamts zu gewährleisten.“

Auch die Kommunikation mit anderen nationalen Behörden weise an einigen Punkten noch Schwierigkeiten auf, erfuhr Arndt Kohn in den Gesprächen. „In Notsituationen kann ein schneller Kontakt zu den Rettungsdiensten oder zur Landespolizei überlebenswichtig sein. Dennoch gibt es zurzeit keine direkte Funkverbindung, unter der die Zollbeamten beispielsweise polizeiliche Verstärkung anfordern könnten.“

Arndt Kohn versicherte den Beamt*innen, politische Gespräche mit Expert*innen zu führen und so dazu beizutragen, dass die Arbeit vor Ort reibungsloser ablaufen kann. „Auch für meine Arbeit im EU-Parlament sind die Eindrücke aus dem Praktikum sehr wertvoll, da ich derzeit an verschiedenen Dossiers aus dem Bereich internationale Kooperation und Ausrüstung des Zolls arbeite. Die Erkenntnisse aus dem Besuch beim Hauptzollamt werden sicher in diese Arbeit einfließen“, so Kohn. In Anknüpfung an den Besuch nahm der Europaabgeordnete bereits Kontakt mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling auf und bat ihn, die Problematik der fehlenden Funkverbindung im Landtag zur Sprache zu bringen.