Mein Praktikum im Europäischen Parlament

Johann Vohn war vier Monate lang als Praktikant im Büro Arndt Kohn in Brüssel tätig. Zum Abschluss berichtet er von seinen Erfahrungen.

(c) European Union 2018
  • Zeitraum: September 2018 bis Dezember 2018
  • Standort: Brüssel

Als ich die Zusage von Arndt bekam, dass ich überzeugt hatte und als nächster Praktikant ausgewählt worden war, war ich dann doch etwas aufgeregt. Mit meinen 23 Jahren im Europäischen Parlament arbeiten zu dürfen, hätte ich bis dahin nicht für möglich gehalten. Mein Bachelorstudium der Gesellschaftswissenschaften an der RWTH Aachen hatte mich zwar in der Theorie vorbereitet, doch Anfang September war es dann Zeit, in Brüssel praktische Erfahrung zu sammeln.

Von meinem ersten Arbeitstag an wurde ich voll eingebunden in die Arbeit des Büros. Meine Kolleg*innen Stephanie und Laurin waren mir dabei eine gigantische Hilfe. Die anfängliche Nervosität löste sich binnen der ersten Stunden auf, so wohl fühlte ich mich. Und so wurde ich eingeführt in die Parlamentsarbeit, welche unter anderem aus Ausschussarbeit, Treffen mit Interessensvertreter*innen und jeder Menge Arbeit am Computer besteht. Langweilig wurde mir in den vier Monaten meines Praktikums nur selten. Denn in den wenigen Momenten, wo ich den Berg von Arbeit bezwungen hatte, waren Stephanie und Laurin oder auch die Kolleg*innen im Wahlkreisbüro immer zur Stelle, um mir ganz solidarisch etwas von ihrer Arbeit abzugeben.

Wie alle, die Arndt Kohns Arbeit schon eine Weile verfolgen, wissen werden, ist er unter anderem Mitglied im Haushaltskontrollausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. In beiden Ausschüssen wurde ich aktiv in die Arbeit meiner Kolleg*innen eingebunden. Im Rahmen dieser Arbeit habe ich viel gelernt und auch neue Themengebiete für mich erschlossen. Hätte man mir vor dem Praktikum erzählt, dass ich mal die Haushaltsentlastung der Institutionen spannend finden oder mir Gedanken über die zollrechtlichen Bedingungen für die Einfuhr von Kulturgütern machen würde, ich hätte es vermutlich nicht geglaubt.

Ein Highlight waren die Verhandlungen zum Gesetzesentwurf zur „Einfuhr von Kulturgütern“ zwischen dem Europäischen Rat, der Kommission und uns als Vertreter*innen des Parlaments, die umgangssprachlich Trilog genannt werden. Nicht nur ist dies eine Chance, die sehr wenig Praktikanten bekommen, es war auch höchst interessant, aktiv am Gesetzgebungsprozess der EU beteiligt zu sein. Aber auch die Plenarsitzung in Straßburg im Dezember in der letzten Woche meines Praktikums waren eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Was hat mich am meisten beeindruckt im EU-Parlament? Zum einen die enorme Leistung, die von den Übersetzer*innen geleistet wird und ohne die das Parlament (oder wenn wir schon dabei sind keine europäische Institution) nicht funktionieren würde. In den meisten Sitzungen in Ausschüssen sind alle relevanten Sprachen, in den Plenarsitzungen alle 24 Sprachen in den Kabinen vertreten und werden simultan gedolmetscht. Aber auch, wie viele Menschen hier unermüdlich daran arbeiten, das Friedensprojekt Europa weiterhin erfolgreich und positiv zu gestalten.

Ich bedanke mich äußerst herzlich bei Arndt, dass er mir das Praktikum ermöglicht hat und bei  dem gesamten Team, sowohl in Brüssel als auch in Alsdorf, was mich so willkommen geheißen hat. Ich freue mich, Euch auch in Zukunft bei Veranstaltungen rund ums Thema Europa wiederzutreffen!