Lebhafte Debatte auf der „Europawiesn“

"EU zapft is": Vertreter*innen von Politik und Zivilgesellschaft diskutierten auf Einladung von Arndt Kohn über Europa.

Arndt Kohn im Gespräch mit Jutta Gebhart von Pulse of Europe (r.) und Halice Kreß-Vannahme (l., Vorsitzende Jusos im Unterbezirk Aachen Stadt) (Foto: Büro Arndt Kohn).

„EU zapft is‘“ – unter diesem Motto stand das Oktoberfest, zu dem der Europaabgeordnete für die StädteRegion, Arndt Kohn (SPD), in den Klömpchensklub im Tivoli eingeladen hatte. Bei Bier, Weißwurst und bayerischen Haxen kam er mit interessierten Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Europapolitik ins Gespräch. Zentrale Themen waren dabei die Wünsche der Menschen an die EU, die anstehende Europawahl im kommenden Jahr sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Euregio.

„Ich möchte erfahren, was sich die Menschen in unserer Region von Europa wünschen“, erklärte Arndt Kohn die Idee zu dem Fest. „Denn EU-Politik ist uns gar nicht so fern, wie es manchmal scheint. Viele Entscheidungen, die in Brüssel und Straßburg getroffen werden, wirken sich unmittelbar auf unseren Alltag aus. Diskussionsveranstaltungen wie diese können einen Beitrag leisten, das vielbeschworene Kommunikationsdefizit der EU zu überwinden und Europa den Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen.“

Kohn lobt ehrenamtliches Engagement für Europa

In kurzen Gesprächsrunden tauschten sich der Abgeordnete und die Zuhörer mit Vertretern der Zivilgesellschaft und der Politik über Europa aus. An der Diskussion nahmen unter anderem Gabriele Tetzner, die Vorsitzende der Europa-Union Aachen e.V., sowie Jutta Gebhart vom Aachener Pulse-of-Europe-Team teil. Diesen ehrenamtlichen Einsatz für Europa hob Arndt Kohn besonders hervor.

Nach der Motivation für ihr Engagement gefragt, sagte Jutta Gebhart von Pulse of Europe: „Meine Mitstreiter und ich halten es für ganz wichtig, dass die EU weiter besteht und nicht gespalten wird. Leider sind in den vergangenen Jahren nationalistische Bewegungen in Europa und in der Welt zunehmend erstarkt. Da wollen wir als Bürger ein deutliches Zeichen setzen, dass ein vereintes Europa keine Selbstverständlichkeit ist und erhalten werden muss. Sicher sind Reformen notwendig, aber es gibt keine Alternative zur EU.“

Die EU muss den sozialen Pfeiler ausbauen

Weitere Gesprächspartner waren Halice Kreß-Vannahme (Vorsitzende der Jusos im Unterbezirk Aachen Stadt), der ehemalige Bundestagsabgeordnete Norbert Spinrath (SPD), Dieter Rehfeld (Vorsitzender der der Deutsch-Niederländischen Gesellschaft zu Aachen e.V.) sowie der Präsident des Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz. Alle Diskutanten bezogen klar Stellung für ein geeintes Europa. „Es gibt keine Herausforderung in dieser globalisierten Welt, die ein Nationalstaat heute noch alleine lösen könnte“, betonte beispielsweise Karl-Heinz Lambertz.

Allerdings, da waren sich die Diskutanten ebenfalls einig: Auf dem Status Quo könne sich die EU nicht ausruhen. So ergänzte Norbert Spinrath zum Abschluss, dass neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der soziale Pfeiler der EU deutlich ausgebaut werden müsse.